Die Somali
Herkunft
Die zunächst unerwünschten langhaarigen Kätzchen tauchten in den Fünfzigern und in den Sechzigern immer wieder in den Würfen kurzhaariger Abessinier auf. Sie wurden von der Zucht ausgeschlossen und als Hauskatzen verkauft. Erst später erkannte man ihren besonderen Reiz und züchtete sie als eigene Rasse. Die langhaarigen Abessinier aus verschiedenen Ländern (Australien, Amerika und Neuseeland) wurden ausgetauscht, um die Rasse zu verbessern.
Die ausschlaggebende Kraft der Somalizucht war die Amerikanerin Evelyn Mague aus Gilette (New Jersey). Sie gab der Rasse den Namen und ihr Kater George gilt als Stammvater der Rasse.
In den USA wurde der Somali 1978 von der CFA der Championstatus zugestanden. Schon ein Jahr zuvor waren Somalikatzen nach Kontinenttaleuropa gebracht worden, wo man ebenfalls mit der Zucht anfing. Langsamer war die Entwicklung in Großbritannien. Britische Züchter wehrten sich stets gegen Neuerungen und so lehnten sie zunächst auch die Somali ab. Schon 1971 wurden zwei langhaarige Abessinier auf einer Katzenausstellung in London gezeigt: Sie weckten bei den Fachleuten jedoch keine Begeisterung. Eher im Gegenteil: Man lehnte sich als Zuchttiere ab. Erst ab 1981, als die Anerkennung der Rasse schon weit verbreitet war, führte man ein Pärchen nach Großbritannien ein.
Ihm kam große Aufmerksamkeit zuteil, und man begann nun endlich, die Somali auch in Großbritannien zu züchten. 1982 wurde die Rasse von der FIFe anerkannt. Aus Australien wird berichtet, dass die Somali die Abessinier inzwischen fast völlig verdrängt hat. Über den wirklichen Ursprung dieser Rasse streiten sich die Experten. Einige vermuten, dass zu Beginn der Abessinierzucht eine Langhaarrasse eingekreuzt worden ist, so wird ausdrücklich eine Perser aus der zeit um 1900 erwähnt, deren Rassemerkmal dann Jahre später erst auftauchten. Andere dagegen behaupten, das eine solche Einkreuzung keine Rolle spielt und das rezessive Gen für Langhaarigkeit als spontane Mutation auftrat. Die letzte Auffassung erscheint wahrscheinlicher, da die Somali außer dem längeren Fell sonst keine nichtabessinischen Merkmale zeigt.
Erscheinungsbild
Die Somali sieht bis auf das halblange Fell, die Halskrause, und den buschigen Schwanz wie eine Abessinier aus. Oft wird gesagt, sie erinnere an einen Puma. Durch das lange, dichte Fell wirkt diese Rasse jedoch schwerer als ihre kurzhaarige Verwandtschaft.
Rassestandard
| Körper | Die Katze ist mittelgroß und elegant. Der Körper ist von mittlerer Länge, fest, geschmeidig, griffig und muskulös. Der lange Schwanz ist am Ansatz stark und endet in einer sich verjüngenden Spitze. Die Beine sind sehnig, lang und schlank. Die Pfoten sind schmal und oval. Der Hals ist schlank. |
| Kopfform | Der Kopf zeigt gemäßigte Keilform und sanft, gerundete Konturen. Das Kinn ist kräftig, die Nase mittellang. Das Profil ist leicht geschwungen. |
| Ohren | Die Ohren sind groß, weit auseinandergesetzt und straff aufgerichtet. Sie sind breit am Ansatz und an der Spitze leicht abgerundet. Ohrbüschel und Wildfleck sind erwünscht. |
| Augen | Die Augen sind groß, leuchtend und ausdrucksvoll, in leicht mandelförmigem Schnitt und weit gesetzt. Die Augenfarbe ist rein und klar, bernsteingelb bis grün. Bei silberfarbenen Varietäten wird grün bevorzugt. Die Augenlider sind bei allen Farbvarietäten in der Tickingfarbe umrandet (Lidstrich). |
| Ticking | Mehrfache Bänderung des einzelnen Haars. Das Ticking soll sich gleichmäßig und streifenfrei über den Körper erstrecken. Die Linie entlang der Wirbelsäule (Aalstrich), das Schwanzende und die Sohlen an den Hinterbeinen (Sohlenstreifen) sind intensiv in Tickingfarbe gefärbt. Brust, Bauch und Innenseite der Beine sind ohne Ticking in der jeweiligen Basisfarbe gefärbt. |
| Felltextur | Mittellang, fein und glänzend mit dichtem Unterfell. Halskrause und H&oouml;schen sind erwünscht. Der Schwanz ist fedrig behaart. |
| Fehler | Streifen an den Vorderbeinen, offener Halsring, graue oder zu helle Unterwolle, zu wenig Ticking und Geisterzeichnung sind Fehler. Ebenso fehlende Augenumrandung und Weiß, das über das Kinn hinausgeht. Fehler, die ein CAC ausschließen: Weißes Medaillon, geschlossener Halsring, Streifen an allen vier Beinen und große Mengen an grauer Unterwolle. |
Charakter
Somalis gelten als sehr menschenbezogene Katzen, die in Familien mit Kindern, Hunden und anderen Katzen so richtig aufblühen. Sie lieben den Trubel und sorgen auch selbst gern für solchen. Als Empfangskomitee begrüßen sie Ihre Gäste, erkunden jeden (!) Winkel im Haus, führen ihre Menschen an der Leine durch den Garten und lassen sie an ihrem wilden Spiel teilhaben: Bällchen und Fellmäuse werden unermüdlich apportiert (wundern Sie sich also nicht, wenn Sie vom TV-Krimi nur noch die Hälfte mitbekommen...), Kugelschreiber werden vom Telefontisch gezaubert und tauchen auf wundersame Weise unterm Läufer wieder auf; das Genie beherrscht das Chaos!
Somalis sind zudem intelligente Katzen, die schnell lernen, wie sich Schubladen und Kisten öffnen und wie man sich die neuesten Spielsachen selbst angelt, wenn Herrchen oder Frauchen nicht da sind. Gerne helfen sie beim Bettenbeziehen und inspizieren sorgfältig jede Lücke zwischen Laken und Matratze, gehen beim Wäschefalten zur Hand und machen Platz im Kleiderschrank; sie überwachen das Ausräumen der Einkaufstüten und werfen fachmännische Blicke in den Kühlschrank. Durch ihr ausgeprägtes Sozialverhalten und ihren Willen zur Harmonie sind sie aber durchaus in der Lage, Grenzen zu akzeptieren und die Regeln ihrer Menschen zu befolgen.